Ein Märchen?

Es war einmal ein Hausbesitzer, der war seit kurzem sehr glücklich. Denn er hatte den Wunderbrennstoff für sich entdeckt.

Sein neuer Wunderbrennstoff kostete nur halb so viel wie alle anderen Brennstoffe, die der Hausbesitzer bisher gekannt hatte. Und obwohl dieser wundersame Brennstoff für ihn ganz neu war, konnte er sich ganz sicher sein. Denn er wusste: Dieser Brennstoff wurde aus einem Rohstoff gemacht, der sich ständig erneuert. Er konnte es selber sehen: Der Rohstoff wuchs einfach nach, fast von allein, und zwar in großen Mengen.

Auch war er sehr einfach zu gewinnen und hatte eine lange Tradition. Ohne Raubbau an der Natur und ohne große Herstellungs- oder Produktionskosten konnte jederzeit neuer Wunderbrennstoff hergestellt werden. Deshalb würde er dauerhaft sicher verfügbar sein, auch für die Zukunft des Hausbesitzers und die seiner Enkel.

Es kam sogar noch besser: Der Wunderbrennstoff wurde nicht tief unten aus der Erde gebohrt und führte nicht, wenn etwas schief ging, zu Katastrophen im Meer unter denen die armen Seevögel leiden mussten. Er musste nicht mit Tankern oder Pipelines um die halbe Welt verfrachtet werden und er hinterließ auch keinen strahlenden Sondermüll. Nein, mit all dem hatte unser Hausbesitzer nichts mehr zu tun: Sein Wunderbrennstoff wurde mit einfacher Technik überall im Land regional hergestellt.

Es gab sogar gleich mehrere Produzenten und Lieferanten gar nicht weit entfernt, und die konnten kurzfristig und preisgünstig liefern. Diese Einfachheit und Regionalität waren weitere Gründe dafür, dass der Wunderbrennstoff so kostengünstig war.

Weil der Rohstoff so leicht zu finden und zu verarbeiten war, gab es beim Wunderbrennstoff auch keine Monopole. Kein Oel-Scheich, kein Gas-Putin, kein Stromkonzern hatte die Macht die Preise zu diktieren oder den Hahn zuzudrehen! So konnte der Hausbesitzer in Ruhe vergleichen und bei dem Lieferanten bestellen, der ihm das beste Angebot machte. Und tatsächlich war der Preis schon seit 10 Jahren kaum gestiegen. Das freute den Hausbesitzer sehr, denn endlich hatte er nicht mehr das Gefühl, von den Lieferanten ausgenutzt zu werden.

Und das Unglaublichste war: Der Hausbesitzer konnte von jetzt an mit gutem Gewissen schön warm einheizen, denn der Wunderbrennstoff war auch noch umweltfreundlich! Er brannte ohne schädliche Auswirkungen auf das Klima. Er war sogar so sauber, dass der Hausbesitzer ihn zum leckeren Grillen benutzen konnte.

Und seither lebt er glücklich und zufrieden in seinem immer kuschelig warmen Haus.